Anti-Frust-Lauf

Heute war mal ein Tag so richtig zum in die Tonne treten. Überstunden sollen wir machen, hat der Chef gesagt. Wichtige Aufträge, hat er gesagt. Neue Funktionen werden gebraucht. Ganz tolle Dinge sollen wir entwickeln. Ich und mein lieber Kollege. Also hab ich mir den heutigen Samstag im Büro um die Ohren gehauen. Alleine. Ich und die Kaffeemaschine. Hab tolle neue Funktionen entwickelt. Funktionierten super und es war mal gerade Mittag. Zumindest lief jede für sich und in der Testumgebung.

Diese tollen Funktionen hab ich dann in die Workflow-Routinen meines Kollegen eingebaut. Zumindest hab ich das versucht. Die Routinen sind vom Ablauf eigentlich klar, doch mit Händen und Füßen haben sie sich gewehrt. Egal was ich versuchte, kam am Ende völliger Blödsinn bei raus. Stundenlang habe ich alles Mögliche versucht. Nichts funktionierte, da irgendeine andere Routine (natürlich immer eine andere) im Ablauf wieder alles überschreiben musste was vorher mühevoll errechnet und erstellt wurde. Ich war so sauer. Hätte am liebsten irgendwas kaputt gemacht :-). Stattdessen habe ich dann kurz vor 16:00Uhr alles hingeworfen und mich auf den Weg nach Hause gemacht. Und immer noch eine wahnsinnige Wut im Bauch.

die Km liefen sich so weg...

Zu Hause wird keiner sein. Die Familie ist bei Oma und Opa. 30km nördlich. Im Auto hatte ich aber meine Laufsachen liegen (man weiß ja nie) und so bin ich noch ein Stückchen Richtung Norden gefahren und hab mein Auto an einer Stelle abgestellt, von wo aus ich laufen konnte ohne auf der Bundesstraße rumturnen zu müssen und wo wir auf dem Rückweg garantiert wieder vorbei kämen um das Auto wieder einzusammeln. Dort also den Wagen geparkt, Laufklamotten an, Trinkrucksack aufgeschnallt (mit ein paar leichten, dünnen Wechselsachen drin) und raus in den Nieselregen.

Auf der Strecke gab es keine wesentlichen Besonderheiten. Es lief sich gut weg. Nebenbei hab ich noch zwei Geocaches eingesammelt, die ich schon länger auf dem Kieker hatte, derentwegen ich aber bisher einfach noch nicht bei der Vorbeifahrt geschafft habe anzuhalten. Doch heute war ich alleine, keiner hetzt und ich musste gar nicht erst einen Parkplatz suchen um zur „Dose“ zu kommen. Einfach anhalten, zugreifen, loggen, wegpacken und weiter.

Pause #1 gab es an diesem alten, wirklich sehenswerten Sägegatter

Die beiden kleinen Pausen haben mich zwar ein paar Minuten gekostet, doch dies war ja kein Rennen. Und so lief ich locker flockig vor mich hin. Der Pulsmesser zeigte offensichtlichen Blödsinn an, auf die Zeiten habe ich eh nicht geachtet. Ich wollte mir ja auch nur meinen Frust von der Seele laufen, was auch wirklich gut funktionierte. Und so lief ich einfach vor mich hin und hätte wohl noch so eine ganze Weile weiter laufen können, wenn ich mein Ziel nicht erreicht hätte und/oder ich gewußt hätte wie lange meine „Mitfahrgelegenheit“ für den Rückweg wohl noch bei ihren Eltern verweilen wollte.

So wurden es am Ende zwar mal gerade lockere 10,2 km in durchschnittlichen 5:38/km (die Pause, vom Garmin herausgerechnet). Nichts herausragendes, aber wahnsinnig entspannend. Wäre auch ab und an eine tolle Möglichkeit unter der Woche während eines normalen Arbeitstages um mal „runter zu kommen“. Bräuchte man nur noch eine Dusche im Büro…

Die Strecke:

Leave a Comment