3. Poeler Abendlauf

Letzten Samstag. Die Sonne schien was sie nur konnte und der Himmel war in ein durchgehendes Blau getaucht. Was gibt es da schöneres als eine Runde zu laufen? An den Strand gehen laufen! Wie gut, dass an so einem schönen Tag auf der Insel Poel einen Abendlauf mit Streckenführung direkt am Strand gab. Also sind wir am Nachmittag losgezogen, haben unterwegs noch die Schwiegermutti eingesammelt und waren dann pünktlich zur Anmeldung vor Ort. Wir waren aber nicht die einzigen, die bei so schönen Rahmenbedingungen an diesem tollen Lauf teilnehmen wollten. Aber im Vergleich zu den meisten anderen waren wir zumindest schon vorangemeldet.

Volles Anmeldezelt mit ewig langer Schlange davor

Mit so einem Andrang hätten auch die Veranstalter nicht gerechnet, sagte der Moderator. Und so mussten die Starts alle um eine halbe Stunde nach hinten verschoben werden, denn in dem Gewusel war nicht erkennbar, wer nun schon vorangemeldet war und wer nicht (das stellte sich dann meist auch erst am Anmeldetisch heraus). Bei den Nachmeldern hätte man bei einem pünktlichen Start ja noch argumentieren können „wer zu spät kommt…“. Aber es waren ja auch noch etliche Läufer die schon angemeldet waren und bezahlt hatten noch ohne Startnummer und Zeitmesschip.

Volksfeststimmung vor den Starts

Der Moderator hat sich, meiner Meinung nach vollkommen unnötig, ständig dafür entschuldigt, dass sich das alles verzögert und gemeint, dass er diejenigen versteht, die sich schon beschwert hätten. Ich kann solche Stimmen jedoch nicht verstehen. Denke ich doch, dass die wenigsten an einem Samstag Abend noch einen so wichtigen Termin im Anschluß gehabt haben, dass der nicht ebenfalls eine halbe Stunde nach hinten geschoben werden könnte. Und wenn doch ist das ja noch mehr Ansporn schneller zu laufen und Bestzeiten zu holen 🙂 .

Warten auf den Startschuß mit Ohren zu halten (noch stehen die Kleinen ganz vorne)

Auf jeden Fall fand ich die Organisation perfekt und dafür, dass aus den knapp unter 200 Voranmeldern am Ende über 400 Läufer wurden können ja die Veranstalter nichts. Mich hat eher gewundert, dass trotzdem noch alle eine Startnummer und einen Chip bekamen. Rein Mengenmäßig meine ich.

…und los!

Und so starteten um 17:50 die ganz Kleinen zu ihrer Stadionrunde bevor um 18:00Uhr die Schnupperläufer auf ihre 1,5km-Strecke, welche in Natura nur 1,3km hatte, loslegen konnten. Bei dieser Runde starteten auch unsere zwei Kleinen, da ihnen der Bambini-Lauf zu mickerig war. Ich durfte mit Hanna mitlaufen und ihr so den Weg zeigen. Emma war schon vorgeflitzt und war nach 6:55 auch schon wieder im Ziel. Wir haben dagegen die Anfeuerungsrufe der Passanten genossen und waren dann nach 8:09 wieder da wo wir losgelaufen waren.

die stolze Läuferin

Um 18:30 uhr durften sich dann die Läufer des eigentlichen Hauptlaufes unter dem Startbanner einfinden. Fröhliches aufgekratztes gemurmel allerorts. Alle warten auf des „10, 9, 8, …“ Statt dessen kam nur ein einzelner Knall. Allgemeines Zusammenzucken um mich herum, dann Gelächter und überall piepsten die Uhren. Dürfte also der Startschuß gewesen sein.

warten auf den Start

Dann ging es los. Da niemand in den hinteren Reihen mit einem Start zu diesem Zeitpunkt gerechnet hatte, blieb das Allgemeine Stop&Go aus und alles lief langsam und gemütlich an. Dank breiter Straßen kaum Gedränge schon vom Start an lief es sich von Anfang an schön gleichmäßig und ruhig.

gleichmäßig verteilte Läuferscharr

So ging es in Richtung Am schwarzen Busch wo ein wenig Kopfsteinpflaster auf uns wartete. Allerdings ließ sich dieser recht leicht vermeiden, wenn man den Regenablauf auf der einen oder den Fußweg auf der anderen Seite nutzte. Noch kurz an ein paar Cafés vorbei und da  schon waren wir am Strand. Na gut, nicht direkt am Stran, sondern knapp 10m davor auf dem parallel laufenden Wanderweg wo wir nun über fast 4 Kilometer den Ausblick auf das kühle Nass genießen durften. Die Strecke führt in diesem Abschnitt zum größten Teil unter Schatten spendenden Bäumen durch. Der Weg war leicht wellig und so konnte ich an den kleinen Gefällen immer mal wieder einen Überholvorgang starten und musste nur am nächsten Anstieg versuchen nicht wieder eingeholt zu werden.

Meerblick

Schon viel zu früh kam dann Gollwitz und damit das Ende dieser landschaftlich genial schönen Strecke. Doch hier gab es auch den Verpflegungspunkt mit Wasser an dem ich mich auch sofort verschluckte. Ab hier wurde es etwas beschwerlich, ging es doch über den nächsten Kilometer konsequent bergan. Nicht viel, nur 10m, aber dafür stetig zermürbend und über einen Feldweg führend. Schlimmer war für mich persönlich aber, dass hier anscheinend gerade erst das Getreide geerntet wurde. Die Stoppel standen noch und überall duftete es nach Stroh. Was den einen wie das ländliche Idyll vorkommt entspricht bei mir eher dem Worst-Case, denn prompt fing mein Asthma sich wieder an zu melden und zu dem Schnaufen kam nun noch ein Pfeifen dazu. Ich merkte sofort wie ich langsamer wurde und das Atmen immer schwerer. Nicht so, dass gar nichts mehr ging, aber schon deutlich spürbar. Richtig unangenehm wurde es dann aber zum Glück erst nach Zieleinlauf als das Adrenalin langsam wieder abgebaut war. Ich sollte vielleicht doch mal zum Pulmologen und mir ein Notfallspray verschreiben lassen.

es geht aufwärts

Der Acker war nach 2,5km auch wieder verlassen und es ging auf der Straße die letzten 1,5km wieder zurück in Richtung Sportplatz. Zeit also für einen Endspurt. Oder das was ich dafür gehalten habe, denn wirklich schneller wurde ich nicht. Auf den letzten Metern noch durch ein paar Touris geschlängelt die ausgerechnet auf meiner Einflugschneiße mit ihren Fahrrädern quer standen ging es auch schon wieder auf den Sportplatz und, um die 10km voll zu bekommen, eine letzte Runde auf dem Oval sah ich noch, gerade das letzte aus mir heraus holend, auf dem Grün die Grit herumstehen. Nach 52:31 war ich wieder im Ziel und nur 6 1/2 Minuten später war die Familie auch wieder vollzählig im Ziel angekommen.

Die Strecke:

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