Projekt 5.2 – Zieleinlauf

Geschafft! Also, ich jetzt. Naja, und der Lauf auch. In Bestzeit bin ich, trotz ungewohntem Untergrund (Beton- und Kopfsteinpflaster) auf einigen längeren Abschnitten, recht gut durchgekommen. Was störte waren die rund 1000 anderen Läufer 🙂 . Naja eigentlich nur die paar die immer promt vor meinen Füßen rumspringen mussten. Zumindest beim Start und kurz danach war das extrem, aber bei solchen Veranstaltungen wohl normal. Auf der anderen Seite „zogen“ diese Massen auch (der erste Kilometer war auch gleich der schnellste).

sehr lautstark wird hier angefeuert

Rund um den Pfaffenteich ging es da noch recht gut voran, das Feld war dicht beieinander. Dann bog der Pulk in eine Seitenstraße ab und setzte den Weg in Richtung Markt und Rathaus fort. Das das Kopfsteinpflaster dort so buckelig ist, ist mir, auf meinem Thron im vollklimatisierten Wagen sitzend, nie so wirklich aufgefallen. Apropo klimatisiert: mir wurde langsam doch etwas warm, das war ungewohnt, da ich bisher immer erst so kräftig zu schwitzen anfing, wenn ich daheim auf die Couch plumste. Es ist halt doch anders in der Stadt zu laufen, als draußen im wald zwischen Rehen, Wildschweinen und mit der Flinte herum wedelnden Jägern. Hier wedelten nur die Streckenposten mit irgendwelchen Pappstreifen um den Läufer den Weg zu zeigen oder sie anzufeuern. Ich bin mir aber da nicht so sicher, denn so ganz hat sich mir das nicht erschlossen. Zumal es dort meist sowieso nur geradeaus ging. Apropo wedelnde Streckenposten: am Wegesrand fanden sich dann auch wieder ganz viele Zuschauer ein, die die Läufer anfeuerten. Was sich mit der größer werdenden Entfernung zum Stadtkern und dem Start/Zielpunkt dann aber ändern sollte. Schon beim Schloß waren nur noch offizielle Betreuer und Polizei zu sehen. Mitten im Schloßpark war dann der Wendepunkt. Also nicht Leistungstechnisch, sondern von der Streckenführung. Dort mussten alle einen kleinen Haken schlagen und sich um einen Versorgungstisch herumschlängeln. Logisch, dass dort alle etwas langsamer wurden und Erholungssuchende mit großem Durst andere in ihrem Vorwärtsdrang bremsten. Das war aber schnell vergessen und ich kam gut vorwärts. Hier hatte ich ja auch gewohnten Untergrund; Sand.

 

Langsam kamen wir dem Stadtzentrum wieder näher, nur noch schnell an Berta mit ihrem Blumenkörbchen vorbei und die kurze Strecke am Burgsee entlang und wir hatten die Stelle erreicht, an der sich die Runde zu einer 8 verformt. Genau hier kommt uns dann auch schon der Pulk der schnellsten, besten und muskelbepackt trainierten Spitzensportler entgegen, die sich bereits die erste Hälfte ihrer zweiten Runde befinden, während unsereiner noch fast einen Kilometer bis zur Ziellinie hatte. Quer über den Boulevard ging es dann, noch eine letzte Kurve nehmend auf die Zielgerade. Die jubelnde und anfeuernde Menge waren schon ein ziemlicher Ansporn noch einmal Gas zu geben. Das war nur alles andere als leicht, denn der Untergrund aus geschliffenem Naturstein in Kopfsteinpflasteroptik ist alles andere als Ideal. Schnell ist er, aber für mich ist das ein Problem, denn irgendwie hatte ich immer das Gefühl gleich der Länge auf die Schn… („Und die vielen Leute erst!“) Also eierte ich, mich in möglichst aufrechter Position haltend, durchs Ziel. Die Uhr, die beim ersten Durchlauf der Linie noch 30 Sekunden anzeigte (so lange dauerte es, von meiner Startposition bis ich dann endlich auch loslaufen durfte) meinte nun irgendetwas von 29:19 anzeigen zu müssen, als ich zum wiederholten male am heutigen Tage das Tor durchschritt.

Geschafft! Ich habs geschafft! Und nicht ohne etwas Stolz kann ich sagen, dass ein 163. 165. Platz* der Gesamtwertung mir noch nie so viel Glücksgefühl beschert hat wie heute.

Das da, im schwarzen Shirt: das bin ich. Bitte die elegante Haltung beachten...

Erkenntnisse des Tages: es ist wahnsinnig deprimierend wenn bei Kilometer 4 die kleinen Mädchen an dir vorbeirennen, als ob da vorne der Eiswagen klingeln würde. Und ich muss beim nächsten mal (ja, ich bin fest entschlossen, das zu wiederholen) unbedingt daran denken, nicht nur beim Start auf der Startlinie die Stoppuhr zu starten, sondern beim Zieleinlauf auch zu stoppen und nicht erst 30 Sekunden später. Außerdem muss ich meinem Zieleinlauffotografen besser einweisen, damit dieser nicht zu überrascht von meinem Auftauchen ist und mich nur noch von hinten erwischt.

* durch nachträgliche Anpassungen in der Rangfolge aller Teilnehmer „verrutscht“

Update: mittlerweile ist mein Name auch in der offiziellen Ergebnisliste aufgetaucht. Mit Zieleinlauf-Video! 🙂 (durch ein paar Verwirrungen durch Ummeldungen und Namensänderungen zu den Startnummern, hatte ich bis eben noch den Namen und die Altersklasse einer Kollegin dort stehen. Vorteil war, dass ich dadurch den 3. Platz in der Gruppe W40 hatte 😎 )

Vorherige Beiträge zum Projekt 5.2:

Projekt 5.2 – letztes Training
Projekt 5.2 – Fortschritte
Projekt 5.2 – die ersten Trainingseinheiten
Projekt 5.2

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