T-14 Tage

Nur noch 14 Tage. Genauer: 324 Stunden oder auch 19440 Minuten, dann ertönt der Startschuss zu dem größten Event, auf das ich diesen Sommer, oder das was der Kalender meinte einer zu sein, hingearbeitet habe. Obwohl, Arbeit war da nicht viel. In der heißen Phase musste ich, Verletzungsbedingt 6 Wochen pausieren und fange nun ja gerade wieder an mich an die Fortbewegung auf zwei Beinen zu gewöhnen. Der Banzkower Zweibrückenlauf vor zwei Wochen war dann der Auftakt zum Wiedereinstieg in so etwas wie regelmäßiges Training. Da ich immer noch mit der Achillessehne herumoperiere allerdings alles unter Aufbietung sämtlicher mir zur Verfügung stehender Vorsorge- und Heilmaßnahmen. So wird nach jedem Rennen mit Kühlakku um die Ferse durch die Wohnung gehumpelt. Exentrisches Training findet weitestgehend am Arbeitsplatz statt (da habe ich so eine praktische Stufe direkt neben meinem Schreibtisch die auf die Büroterasse führt 🙂 ). Und mittlerweile habe ich auch fast nur noch direkt nach dem Aufstehen am Morgen etwas Probleme.

Trainiert wurde übrigens meist auf dem Laufband nach einer ausführlichen Runde an den Gewichten. Die Entfernung und Dauer sind mit 30-40 Minuten recht kurz, aber das Tempo dort ist meist ein wenig höher eingestellt als auf den langen Kanten die ich vorher in der freien Natur gemacht hatte. Aber wer weiß schon wie genau die Bänder in der Angabe von solchen Werten sind. Nachmessen konnte ich nicht, da ich dort, dank der Stahlbetondecke, keine GPS-Empfang habe 🙂  . Die meisten Probleme auf dem Laufband habe ich vor allem mit der Tatsache, dass man nach einer kleinen Weile das Gefühlt hat an einem schwül-warmen Sommertag zu laufen. Man ist ja in seiner selbsterzeugten Dunstglocke gefangen. Es fehlen nur noch starke Scheinwerfer  oder Mückenschwärme um die Illusion zu perfektionieren. Und so ganz entschädigt die gleichförmige Laufstrecke ohne Stolperfallen und ähnlichen Oberflächenproblemen nicht dafür.

Doch am letzten Donnerstag war mal wieder Laufgruppe angesagt. Da die Strecke dort ausschließlich über Asphalt geht, wollte ich dann dort mal wieder mitlaufen und die 4km Runde testweise angehen. Mal schauen wies „läuft“ war angesagt. Also schnatternder Weise mit der gesamten Truppe auf den Kurs gegangen. Ganze 3km habe ich durchgehalten, dann ließ ich die Gruppe hinter mir. Der Fuß machte sich nur auf dem ersten Kilometern bemerkbar. Dann war Ruhe. Und so zog ich gleichmäßig weiter. Wieder am Parkplatz dachte ich mir dann, dass eine Runde wohl noch drin wäre. Also weiter.

Auf halber Strecke kam mir dann eine Gruppe Stockenten entgegen. Eine muskulöse Stockente, Anweisungen gebend vorne weg. Hintendran ein Rudel offensichtlich komplett überforderter Neuenten. Hintereinander auf einem schmalen Streifen niedergetrampeltem Grass neben dem eigentlichen Weg. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht. So hatte ich wenigstens den 3m breiten Asphaltweg für mich alleine. Gekleidet wie zu einer Arktisexpedition kam ich mir im Gegensatz dazu mit meinem zwar langärmeligen, aber dünnen Leibchen etwas Underdressed vor. Der Altersdurchschnitt entsprach so in etwa der einer typischen Kurklinik, was den gehobenen bedarf an wärmender Kleidung eventuell erklären könnte.

So zog ich also weiter, traf ein paar schon auf der ersten Runde auf Gegenkurs laufende Zeitgenossen wieder und sollte diese auch noch mehrfach wieder sehen. Es lief nun fast wie von selbst. Mit einem Schnitt bei ca 6:30/km herum war es auch nicht wirklich Anstrengend. Die Sonne begann sich hinter dem Horizont zu verziehen und die Luft war herrlich klar. Wieder am Parkplatz angekommen, standen die Autos der Kollegen noch da. Sind also auch noch zu mindestens einer zweiten Runde aufgebrochen. Und „eigentlich, wenn ich schon mal hier bin, und sowieso schon so verschwitzt, läufst halt noch ne dritte Runde“ – dachte ich mir so. Gesagt gedacht, getan. Dem Fuß ging es noch immer gut. Keine Probleme. Also weiter. Die Stockenten kamen mir dann auch wieder entgegen. Diesmal außerhalb des Parkgeländes auf einem Stück Straße. Dieses Mal über die gesamte Breite verteilt.

Nach der dritten Runde war der Parkplatz dann übrigens schon einiges leerer, nur ein Wagen eines Kollegen stand noch. Und wo ich grade so in Schwung war, lief ich dann eben noch eine vierte Runde. die wurde dann schon schwieriger, da die Sicht doch deutlich nachließ und Beleuchtung nur an einem kleinen Teilstück der Strecke zu finden war. Eine fünfte hätte ich auch noch laufen können, nur war der letzte Rest Tageslicht nun endgültig versiegt und vor mir lag nur ein tiefschwarzer Weg. Und 16km auf der Uhr waren dann auch genug für einen eigentlich ungeplanten Lauf. Zumindest habe ich nun keine Angst mehr vor den 21km in zwei Wochen, nur meine Ursprüngliche Zielzeit kann ich wohl getrost vergessen. Und nächste Woche nehme ich eine Lampe mit zum Lauftreff.

Der Fuß machte auch danach nicht viele Probleme. Ein bisschen ziehen, das war alles. Natürlich wurde trotzdem gekühlt was das Zeug hielt. Nur ein paar Wadenkrämpfe haben mich dann in der Nacht gequält (wie immer nach ungewohnten Belastungen oder Wettbewerben).


mit dem Handy aufgezeichnet, da meine Uhr noch zu Hause herumlag…

Heute früh bin ich dann noch eine kleine Runde über ziemlich genau 8km gelaufen. Schön gemütlich wieder. Die Strecke nicht all zu lang weil der Mittagstisch schon auf mich wartete. Und was soll ich sagen: der Fuß macht keinerlei Anzeichen einer Belastung. Sollte dies vielleicht das Ende der Achillesprobleme bedeuten? Ich werde es morgen früh nach dem Aufstehen sehen.

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