Wie unangenehmes noch unangenehmer wird – oder: darüber spricht ein Läufer nicht

Laufen in der freien Natur. Vogelgezwitscher allerorten. Die Bäume spenden, je nach Jahreszeit Schatten oder werfen mit Blattwerk, Früchten oder Schneebatzen nach einem. Die Tiere auf der Weide gucken einem Blöd nach. Die Nachbarn in der Dorfstraße auch.

Und so läuft man fröhlich seine Kilometer. Der Körper wippt gleichmäßig auf und ab. Der Inhalt unter der Bauchdecke wird gleichmäßig massiert. Es beginnt mit einem Grummeln. Das immer stärker wird. Der Druck wird unangenehm. Und dann schaut sich der typische Läufer kurz mal um. Keiner da. „Pfffrrrt“, so alleine auf weiter Flur kann man schon mal den Nachbrenner zünden und das dann auf die  Kühe von der benachbarten Weide schieben. Menschlich. Und organisch betrachtet kaum zu verhindern. Vor allem wenn man sich an die gängigen Ernährungsregeln mit viel Eiweiß aus Hülsenfrüchten gehalten hat. Über die Kilometer hinweg, sammelt sich, dank verminderter Flüssigkeitszufuhr und vermehrter Schweißbildung dann auch noch eine klebrige Masse im Rachenraum. Also guckt sich der Läufer noch einmal kurz um. Keiner da, also „ccchhhhrrr-pfupp“. Möglichst nicht gegen den Wind. Gibt sonst Flecken die man später nur ganz schlecht erklären kann. Und so läuft der Läufer glücklich und zufrieden durch die Landschaft und lässt seine Schweißdrüsen auf vollen Touren arbeiten um die Hochleistungsmaschine auf eine angenehme Betriebstemperatur zu regulieren. Er lässt sich den vielen Schweiß auf der Stirn und im Gewand vom Winde weg wedeln statt diesen in Sturzbächen auf dem Asphalt oder Waldweg zu verteilen. Quasi ein einziger luftgekühlter Motor, dieser Läufer. Auch den unangenehmen Geruch den dieses Kühlverfahren verursacht weht der „Fahrtwind“ direkt mit weg. Herrlich befreiend, so an der frischen Luft.

So, und nun stellt euch mal vor, ihr tauscht die einsame Natur gegen das Laufband im Fitnessstudio. Zwischen Fahrradergometer und Stepper eingekeilt. Voller Möchtegernsportler im Regenerationsmodus (Stufe 2 bei 10km/h auf dem Fahrrad-Ergometer, oder auch spazieren gehen mit 14 min/km auf dem Laufband). Was glaubt ihr wie die gucken und die Nase rümpfen…

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8 Responses to "Wie unangenehmes noch unangenehmer wird – oder: darüber spricht ein Läufer nicht"

  • Markus says:
    • rehwald says:
  • aba says:
    • rehwald says:
  • Antonia says:
    • rehwald says:
  • Antonia says:
    • rehwald says:
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